Wunsiedel

Geschichte

1163 als Sitz eines Ministerialen "Adelbertus de Wunsidil" erwähnt, gehört Wunsiedel zum nordgauischen Verwaltungsbezirk Eger (1135 Regio Egere), der nach dem Tode des Markgrafen Diepold III. 1146 als erledigtes Amtslehen an das Reich fiel und zum Reichsland Eger verselbständigt wurde.

Rudolf v. Habsburg gibt bereits 1285 dem Burggrafen von Nürnberg die Burg Wunsiedel, die dieser kurz zuvor gekauft hatte, von Reichs wegen zu Lehen. Da zur gleichen Zeit auch die Burg Hohenberg a. d. Eger und 1292 Arzberg als erledigtes Reichslehen an den Burggrafen kommt, bahnt sich jene Entwicklung an, die zu einer beträchtlichen Einbuße des Egerlandes und zur Entstehung des markgräflichen Sechsämterlandes führt.

Im Zeitpunkt der Verpfändung des Egerlandes an den Böhmenkönig Johann v. Luxemburg 1322 bilden Wunsiedel, Arzberg und Hohenberg inmitten des Egerer Landes eine Enklave und fallen nicht mit unter die Pfandschaft.

1326 verleiht der Burggraf Friedrich IV. dem inzwischen im Schutz der Burg erwachsenen Markt Stadtrechte, die Kaiser Ludwig der Bayer 1328 bestätigt.

Wunsiedel entwickelt sich nun zu einem Stützpunkt für die nächste Umgebung, Wunsiedler Stadtrecht erhalten Weißenstadt (1348), Kirchenlamitz (1374), (Markt)Redwitz (1384), Arzberg (1408) und Selb (1426). Als Pfarrort ist Wunsiedel erstmals 1384 genannt, die Wallfahrtskirche auf dem Katharinenberg stand in hohem Ansehen.

Als Mittelpunkt des Bergbaus erlangt Wunsiedel durch die Herstellung von Weißblech (verzinntes Blech) große wirtschaftliche Bedeutung, der reiche Handelsherr Sigmund Wann stiftet 1450 ein Spital und Bruderhaus für 12 verarmte Bürger (heutige Gebäude des Fichtelgebirgsmuseums). Neben den Bergwerksunternehmern siedeln sich Pfannenschmiede, Flaschenschmiede, Nagelschmiede, Löffelschmiede und Harnischmacher an.

Der gesamte Innenraum des Fichtelgebirges kommt in den Besitz der Hohenzollern, sie bilden den einheitlichen Verwaltungsbezirk "das Land vorm Wald" (Böhmerwald), ab 1504 das Sechsämterland mit Amtmännern in Wunsiedel, Höhenberg, Weißenstadt, Kirchenlamitz, Selb und Thierstein.

1613 werden alle Ämter einem einzigen Amtshauptmann unterstellt, der seinen Sitz in Wunsiedel hat. Die Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth bewirkt eine frühe Einführung des evang. luth. Bekenntnisses; 1568 wird Wunsiedel Sitz einer Superintendentur.

Nach dem Abdanken des letzten Markgrafen Alexander stand die Markgrafschaft von 1792 bis 1806 unter preußischer Verwaltung, nach vierjähriger Besetzung durch Napoleons Truppen wird die Markgrafschaft 1810 dem bayerischen Königreich einverleibt.

1834 vernichtet ein Großbrand zwei Drittel der Stadt, beim Wiederaufbau entsteht das klassizistische Stadtbild.

1862 wird aus den Bezirken Wunsiedel und Kirchenlamitz das Bezirksamt Wunsiedel gebildet. 1877 erhält die Stadt nach langjährigen Verhandlungen Anschluß an die Eisenbahnstrecke bei Holenbrunn.

Nach der Gebietsreform 1972 wird der gesamte Fichtelgebirgs-Innenraum zum "Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge" bestimmt, damit wird das historische Sechsämterland wieder hergestellt. In Wunsiedel bleibt der Sitz der Landkreisverwaltung.

Eingemeindungen nach Wunsiedel: 1975 Gemeinde Schönbrunn, 1978 Gemeinden Hildenbach, Holenbrunn, Bernstein. Partnerstädte sind die Stadt Mende in Südfrankreich und Schwarzenberg im Erzgebirge.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften
Bernstein, Breitenbrunn, Fleißenhammer, Furthammer, Göpfersgrün, Göringsreuth, Hauenreuth, Hildenbach, Hildenmühle, Holenbrunn, Johanneszeche, Juliushammer, Klause, Kösseinehaus, Krohenhammer, Luisenburg, Schneckenmühle, Schneckenhammer, Schönbrunn, Schönlind, Sinatengrün, Stemmasgrün, Stollenmühle, Valtesberg, Walkmühle, Wiesenmühle, Wintersberg, Wintersreuth, Ziegelhütte

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