Mundart

Arzberg
 Zahnersatz
 „Mir wern doch heier niat amal wieder an weißn Niklastoch kröing?” Die Maich kinnt mitaran Arm vull Hulz vo da Schupfm eina, fehrt mitn rechtn Fouß aasn Filzschlorpnan aassa, zehrt mit da groußn Zäiha an Hulzkastn untern Uafm vira und schmeißt die Scheitla ei, daaß schewert. „Wos werma kröing?" brammlt da Deas granti vo da Uafabänk her. Er haout sein Schedl mitaran Mords­trumm wollan Touch aabundn und hölt uamdraafaaffi nu an hoißn Zöigl oa sein Gschwollna. „Wos sagst, werma kröing?"
„An weißn Niklastoch! Schau nea aassi, wöi schäi daaß schneit! Daou wern die Kinner a Freid hom!"
„Siahs, sua bist! Oa die Kinner denkst, ower ich bin dir wurscht! Ich woiß nimmer aas und aa vo Wäihding und du redst von Niklas, von Kinnern und wöi schäi daaß schneit! A Scheißweder is, a mis­tigs! Awäih, mei Zäah, awäihawäih!" „Ha, lamadier nea! Dir gschiaht doch gscheit recht! Scha a paar Toch sochada, du söllst zon Zahnarzt gäih und deine letzten paar Stürl aassataou laoua. Ower da Herr haout ja mäihara Schiß wöi . . . wöi . . ."
„Wöi wer denn, haa? Wöi wer denn? Also, dös laouama niat naou­riadn, daaß ich mäihara Schiß häit, wöi der, dean waoust du moinst! Ich ho üwerhaapts koa Schiß, dös merksta! Moinst, dös tout arch wäih?" „Naa, döi hom doch heintzatoch alles Mögliche! Daou kröigst a paar Spröitzn . . ." - „Wos, a paar glei?" - „Nu, für dei löiha paar Stürl langt am End oina!" - „Löiha paar Stürl? ,Ein Prachtgebiß', haouta gsagt„ein Prachtge­biß!' " - „Wer?" - „Da Stabsarzt, vo meiner Musterung! A . . . a . . . wöi is denn dös danaou, ich moi, wenn ma überhapts nix mäiher drin haout in da Goschn? Daou mouma doch . . .?” - „Ach, wos! Du kröigst a schäins Gebieß, an Zahnersatz, und wennst di naouhara paar Tongan droa gwäahnt haoust, koast wie­der alles essn!" - „Trinkn aa?" - „Fraali!" - „Gout, morng gäihni! Dös waama wos, dean Wäihding hölt ja koa Sau aas, naou äjerscht ich! Denk fei oan Kranknzettl, wennst naou in d'Stodt gäihst! Awäih! — Wird doch da Zahnarzt niat in Urlaab saa?"
Nu, da Zahnarzt war niat in Urlaab, da Deas haout si tatsächli sein Stoabruch aasramma laoua, wenn aa die Maich mitgäih moußt und immer wieder ghäjert haout, daaß in ganz Mittleiropa nu koa Mensch sette Zäah ghat haout wöi er, mit Würzln wöi d'Föhrling in Korbers­dörfer Wold und oa jedara Wurzl da hal Kiefer mit droaghängt is, wöis da Dokter endli araassn ghat haout; da Schwaß isnan aaf da Stirn gstandn, an Dokter, an Deas seiner war solz­truckn, und er mou a Art Windn oagsetzt hom, wöimas fröiher zon Stöckgrom ghat haout.
Da Niklastoch war tatsächli weiß, und drei Toch vorn Haalinga Aoumbd haout da Deas sei neia Zäah kröigt. Schäi warns, ower dauernd sens üwerall immagleng, waals da Deas niat in Maal haout leidn kinna.
„Dunnlwettl!" haout er gwurchat. „Dunnlwettl, dlickn döi Dingl! Oan Untlkiefl und Oblkiefl" und haouts wieder amal aafs Fenster­breet glegt.
D'Maich haout gschimpft — und naou isara wos aagfalln. Heier, haoutsasi denkt, heier frißt ma der Flankl niat wieder oan Haalinga Aoumbd die Weihnachtsgoans zsamm, wenni in da Kirchn bin! All Gaouher haoutamas sua gmacht! Heier woißi, wosi tou!
Und richti, wöis oan Haalinga Aoumbd in d'Löichtlkirchn ganga is, ­die Goans war förti braoun in da Räihern gstandn und haout aas­sagrochn, daaß oin as Wasser in Maal zsammgloffm is, ganz wurscht, ob ma Zäah dringhat haout oder niat — nimmt die Maich ihr Gsangbouch, leßt hoimli an Deas sei Zäah in ihm Handtaaschla verschwindn und gäiht in die Kirchn. Dösmal koara die Goans niat zsammfressn, denkts, wöis durchn Schnäi an Gartnwech virigäiht, daou howi gsorgt dafür. Und sie lacht nu, wöis scha die Kirchastaffl aaffigäiht.
Ower da Mensch söll niat zbal lachn! Wöis vo da Kirchn hoim­kinnt, siahts an Deas lachn, olwer, ohne Zäah nu ölwerer wöi sinst. Sie reißt die Räihern aaf — viel mäihara wöi a paar ozauste Knochn war nimmer drin.
„Wöi haoust du döi Goans gfressn?" fehrts an Deas oa. „Du haoust doch niat beißn kinna!?"
„Dulchn Fleischwolf howis dulchdlaaht!"
 Otto Schemm

As Hetschapfaa
 Dezemberabend. Maich sitzt am Tisch und strickt, Hans liegt auf dem Kanapee und Deas dreht sich eine Zigarette. Öitza bin i scha bal dreisich Gouah als Schmelzer in da Porzalli und heint mou i an Dreher machen.
Hans lacht nicht, Maich lacht nicht. Die beiden kennen den Witz schon und jemand anders ist nicht da, wer sollte also… „Ich scbau amal, wos da Hiefmwei macht.“ Deas will sich hochrappeln, da wirft ihn das energische „daou bleibst!" der Maich auf den Stuhl zu­rück. „Dean ko ma nu niat trinkn und Weihnachten wellts aa was hom!"
„Haouft recht, Mutter", sagt Deas friedlich, „kaffm koa ma sich dös teiere Glump voran Wein suawöj sua niat „Machts an Schorschl wos aaf Weihnachten, wennts scho niat wissts, wosts tou sollts. Mich reit as Göld niat, oba wos selbergmachts is allawaal schöi­ner.“-„Gem möin man was, an Boum, scha fürs Gänshöitn!"
Schorschl ist der sechsjährige Bub des Nachbarn. Da rumpelt Hans vom Kanapee auf: „Uata, mir machn a Hetfcbapfaal"-„Ja Bou, leicht is fei suawos niat!"-„Ach was! Werkzeich homa, HuIz huli morgn und Zeit homa aal"-„Uwa am Buan gehts ma affi mit enkara Schnit­zerei! In da Stum daou kori enkern Dreeck niat brauchn!"
Ein paar Tage später „Suaweit häimas! Owa a Gaal braucht Haoua aal"-„Dös is koa Gaal, Vota, dös is a Pfaa!"-„Is doch ghupft wöi gs­prunga!"-„Na a Gaal is schwaa, a Pfaa is leichter!"-„Und a Iasl is ganz leicht! - wöi schwaa bist denn du?"-„Wos? - ower recht houst, Haoua mein oi!"-„Woist wos? Mir leima dös alte Gasfell draaf. Nou siehts aas wöi natierli!"
Wider ein paar Tage fpäter. „Mutter! Oitza sen ma förti!"-„Naou mou is nea amal oaschaual -Aweng nieder is, enka Pfaa, und hetschn touts aa niat arch, waal die Kufn niat gnou buagn sen. Ower sua is fei ganz schäil"-„Ja, dös homa doch extra sua gmacbt!" erklärt Deas. „A Kind, wou aafaran haoucbboinatn Hetschapfaa arch hetscht, flöigt leicht amal aaf d'Stirn und bleibt as ganz Lebm lang a Depp. Ich ho als Kind aa suara houchboinats Hetschapfaa ghat ..."
Am Heiligen Abend. Scborschls Mutter: „Dou schau, Schorschls, wos da as Christkinnl bracht haoutl"-„Ou prima! A Wildsau aaf Eisn­bahnschienan!"
Otto Schemm,

Bad Alexandersbad

Kuhln 
 "So, döi Wochn häima wieda hinta uns" haouta gsagt da Gustl wöia an Freita aumbd saa Filozzapee ind Schupfm eigschuam haout. Schnell nu an Riegl viaglegt, aas Schnappschluaß zouklappt und nix wöi ei ind' Stum. "A Költ is des iwarall, denkt gaoua niat droa, daß bal wörma wird" haouta drinna unta da oagreimltn Kappm virag­murmlt. "Nu Gustl, woos haoust denn vo da Arwat mitbraacht?" fräigt die Mutter, wöisi die Braoutzeit-Taschn aaspackt.
"Gel daou schaust, des is a Kuhln, howi am Rondell gfunna". - "Kuhln? Siat recht olwer aus, dös Ding, und pichn touts wöi Ruaz" , haout die Mutter gmoint. Draaf da Gustl: "Dir wiri glei an Ruaz geem: schias aa und wirst seah, wos döi Kuhln vira Wirm aasspeit."
Und wirkli, wöis Hulz aweng niedabrennt war, is döi "Superkuhln" in Uafaluach vaschwundn. Daou hauuts bal zischt, gurglt und qua­ckert, daaß da Kochherd zittert haout. "Gel, dös is a Feia, brennt besser wöi Strahöst oder föichtane Stöck", mointda Gustl "und a Hitz gäiht weeg van Uafm owa wos is öitza dös was lafft daou fira Bröi van Uafatierl aassa? Und prassln touts aa nimma!" - Daou is allnzammen döi waoun in da Stum warn, eiskolt iwan Bugl oi­chigloffm. Aa Rouh, hal zan firchtn, wars afaramal.
Die Mutter war die äjerscht, waou si wieda a Herz gfaßt haout. Sie haout os Uafatierl aafgrissn und..., ja und..., finsta wars wöi in da Kouh ihrn Arsch. Da ganz Aschakastn war vul Wasser!
Leit ihr kinnts enks denkn, daaß naoun ajerschtn Schreck da Gustl die Lacher aaf seina Seitn ghat haout. Döi schäina Kuhln war nämle nix anners wöia Klumpm aus Schnäi, Split und a weng Dreeck waou aaf da Straouß imma­kuglt und dös ganze haout a Auto, wöis untern Rodkastn wöia Kuhln zamm­preßt war, iwan Fahrn valorn ghat.
Döi Gschicht is fast waoua, bis aafm Gustl sein Nama in dera Fa­müle, waou dös passiert is, lachns heint nu - iwad 'Schnäikuhl...
Manfred Lang

Lorenzreuth
Erdepfl 
An Samstaaumd sitz'n im Böiergart'n
unter dean grouß'n Kastanerbaam
a Haafn Leit, die Oin spül'n Kart'n
die Annern sitz'n blous gemütlich zamm
 
Die drei Männer und die Frau
die zammasitz'n dou anaran Tisch
die wenn schöi langsam old und grau
sie red'n davon, wies früher g'wesen is
 
Der Oi derzühlt, wos mer in der Nachkriegs-Nout
damals alles gess'n hout
zon kaafn dou houts gauer nichts geb'n
ma moußt sich selber helf'n, um zu üwerleb'n
 
Vo die Erdepfl dou hout mer sich ernährt
und des war sicher niat verkehrt
as Erdepfl hout mer kocht so mancherlei
kochte Kniala, bachne Kniala oder Erdepflbrei
 
In die Erdepflsupp'n hout mer a Bloutwurst ei
und des hout dann g'schmeckt sehr fei
baamwollene Kniala, Erdepflball'n und Erdepflsolat
gout warst draa houst sua wos g'hat
 
Manche Leit, eatz touts niat lach"n
hom aas Erdepfl an Kouch'n bach"n
Benkstitzl haut mer suowos g'nennt
heitzertoch man des kaam nu kennt
 
Manchmal hout mer g"hat a Glück
und hout Hering kreigt drei, vejer Stück
ganze Erdepfl hout"s derzou geb'n
des vergiss ich niat mei ganzes Leb'n
 
Der Backstaokas war sehr beliebt
ich woiß niat, obs dean heut nu gibt
und es hout dich g'freit as Leb'n
houts G"schling und Kniala zon Ess"n geb'n
 
Auch Kuttlfleck warn sehr beliebt
die wou heit mer ner sein Hund nu gibt
Broutsuppn houts geb"n an jed'n Toch
Broutsupp'n ich auch heint nu gern moch
 
Denk ich z'ruck heit an die Nout
die man damals mitgmacht hout
soch ich, die Erdepfl die hom uns Alt"n
zu derer Zeit es Leb'n derhalt'n
 
Heitzertoch gibt's Pizza und Hot Dogs
die sen a gout, aber niat a jeder mog's
und an jed'n Döner loue steih
für bachne Kniala mit ara Schwammabröih.
Werner Köstler
Röslau

Bauernhochzeit
„Horch Hans Kounl“ sagt da Bauer zu sein Boum und red nan zou
 „du moußt etz an Huaf anehma und ich setz mich af die Rouh.
Nouran Weih koasti a umschaua, souchn kost´as nou dein G´schmoch
Houst dann all dei Sach in Ordnung halt ma Kauf und Heiratstoch
 
Da Kounl sagt: "Ich wüßt scho oina, des is a Weih als wej a Bär.
Des is die groß Hanswurstn Maichl, döi paßt grod zu uns dou her".
Draaf is da Kounl zu da Maichl ganga und fröigts obs niat sei Wei wern moch
"Eijo" sagt sie "mei lieber Kounl dou halt ma Kaaf- und Heiradstoch".

Da Kounl brengt sei Sach in Ordning ban Messna und die annern Herrn.
Zum Pfarrer isa a glei ganga, daß drei Sunnta aaskneift wern.
Goua schnell is die Zeit vaganga, öitz kimmt da Toch wouß zammgebm wern.
Im Dorf stenga scho die Weiba zamma, daß allzamm die Houchzat sehrn.

Öitza kinnt die Hochzat ganga, vora da Spülmaa mitran Buack.
und hintadra, dou kinnt da Kounl, mitran öiwi langa Ruack
Da Ruack is rot ausgnäht, rout gföitert, höcha kamas nimmer treibm:
fetzn drimma Taschndeckl, Knöpf sua grouß wöi'd Fensterscheibm.

Und wöi sie an die Kirng oikumma dou stöiht da Meßna a scho dou.
Der tout sie schöi staad einiföihern und stellt sie an Pfarrer zou.
Da Pfarra tout sei Ariad haltn wöi sichs halt sua g"höian dout.
Da Kounl dout halt niat aafhorchn zupft halt allweil an sein Hout 

Dou wird da gnädi Herr vadröisli do Kounl sagt niat "na" niat "jou".
Kreizwetter" fängta a zu flouchn" ja für wos bin ich denn dou"?
Öitz houts an Kounl oba giissn ganz aagwirrt sagta "na" net "ho".
"Öitz hälts dei Maal" sagt draaf die Maichl "Öitza gilts, öitz bist mei Mo".
 Überlieferung, Bearbeitung Willibald Wunschel

Veteranaleich
 Va da Kirch her mechts bim bim, aaf da Strouß dou stengas rim,
horchts her ihr Leit im Dorf davorn dou is da alte Stoffl gschtorm.
Im ejaschtn Kröich Soldat wara allwaal a Kamerad,
drum gibts in zwoja Doognan gleich a Veteranaleich.
 
Da Hans der rennt zan Salomon, der sagt :"Gejhts gleich zum Christian,
der sell besorng die Munition mit dea ma unnarn Böllera lodn"
Aa roufto glei an Schindler a, der sagt: "Is recht des machma scho,
selbstverständlich schpül ma eich za da Vetteranaleich
 
Nou zwojan Doongan waas sua weit, alle schtengans marschbere
it, da Richardsalbert stejht danebm, dea derf heit as Kommando gebm.
Die Musik mecht an Schmetterer, a Frau döi schreit:"0 Wetterla."
und wej da Teifl aasn Haus schejßt da Neigebauer raus.
 
Schej langsam kummas zuagng, um die Eckng buang.
Da Michl sagt zum Fröbers Hann: "Möinst breng ma heit an Schoufkopf zam?"
Da Nickl in da Mitt is ständi außer Tritt,
waals allweil schimpft und befft saa Meich zu jeder Veteranerleich.
 
Aam Kulzacka schtengans dann aafran Trempl zam.
Da Christian sagt ganz iwaleng zan Stuackhans: "Dou fei owacht gebm,
wenn da Albert macht an Schra, kumma mia glei dra!"
Kaum houtas gsagt, kröigta an Stouß, da ejascht Schuß geht lous.
 
An Heimadolf an Eck, zejts die Föiß bal weg,
a paarnan houts as Ghöia voschlong, ajeda koa des niat vodrong.
Ma hejats blatschn und siats Schtaubm, des sen an Prellbäck seineTaubm,
dej homda jedes Mal a Zeich za jeda Veteranerleich.
 
Die Leich döi is vabei, komma wieder lusti sei.
Da Schindler stimmt a Märschl a, mei liewa dou is alles dra.
Mit dera Melodei gejhts zan Kinnert nei,
dou gits nou nu was für die Beich za jeder Veteranerleich.
 
Im Wirtshaus - visavie - brummt oina von sich hie:
"Des Barraszeich und nu dazou, daaß dou jedsmal schebern mou.
Ja sua is halt im Lebm, der oi, der is dagegng,
fürn andern is as Himmelreich sura Veteranerleich
Willibald Wunschel
 
In Gröi is schöi
Heit sing ma eich oins vo die Gröina,
Broudaherz des sen da schöina.
Weit und brad sie jeda kennt
und sie Gröina Schpotzn nennt.
In Gröi is schöi in Gröi is schöi. dös mou ma g´stöi
 
Homs amal a Viacharl gfanga,
des wor druntn aafn Anga.
Koina hout den Vuagl kennt,
sens damit zum Lehra grennt.
 
Da Lehrer haut da Brilln niat traut,
houts min bloußn Auch agschaut.
Ja sua graua Federla houts,
ich glaab, des is a Gröina Schpotz.
In Gröi is schöi...
 
 
In Gröi dou wor amal a groußa Hetz, hams an Bumml aaf die Reitschul gsetzt.
Alls hout gschria, alls hout glacht, was der Bumml füra a Gsicht haut gmacht.
Draaf hom sie glei an Hosn gschlacht, homsi niat gwißt wöi mas macht, homsnan obröiht wöi a Sau,
ja die Grejna dej sen schlau. In Gröi...
 
Siebmal Kraut in oina Wochn dout die Grejna Bairi kochn
und nou fröigt si alla Doch ob ka Mensch ka Kraut niat moch. Za da Kirwa bachns Kouchn.
Möids nea blouß des Zeich vasouchng. Lata Rouß und lata Spind, wennma in Grej aaf die Kirwa kimmt.
In Gröi is schöi ...
 
In Grej, dou wor amal Gemeinderat, hamganga sens vo da Nacht recht spaat.
Wöis sua kumma am Weiha daher, hams an Mou im Wasser gseah.
Oina is glei as Dorf nimglofn; "da Mou, der is im Weiher dasoffn,
Schaffts nea Rat iatz Leit und Kinna, wej ma dean Mou assabringa.
"Reißa und Feiahoung hat jeda ghabt groudat und gschdiart harns die ganze Nacht,
bis da Burchamoista sagt :"Oitz routsma fei! Ihrtz stiarz dean Mou furt döifa nei.
"Da alt Schtuckadl sagt: "Leit wißts wos ich bin scho dropfat waschat noß.
Wema aafs Gouah dean Weiha wern zejhn, werma dean Mou scho assakröing.
In Gröi...
Lied der "Wilden von Röslau"

Der Pendolino
Aneren Samstanammitoch wars recht schäi,
homa gsagt, mir selten amal am Bahnhof gäi
und unterwegs daou fräigma wer.
amend kennt ma an Pendolino sea.
Imma halb Draa semma daham weggloffm
und hom an Reisers Oskar troffen.
An Pendolino, sagta, dern wellts sea,
imma Vejerl Vejerer kinnt der vo Rawatz her.
Naou semma am Bahnhof hinti ghetzt
und hom uns aweng afs Bänkl ghetzt.
Vejerl Vejerer war naou scha vorbei,
naou is die Frau amal zon Bahnerer nei.
Der sagt ich woiß a niat wos saaka,
ich ruf ejtza glei in Rawetz a.
Dej hom üwerhaupt niat gwißt waoua stäit,
blaouß daßa a halwa Stund Verspeetung hält.
Ach hama gsagt, des dauert zo lang,
daou trinkma löiwa Kaffee daham.
Wej ma bal an Franzuasnwech kumma
gäit as Signal haouch und tout an Brumma.
Daou kinnt ejtza a Zuch vo Rawetz her,
wenn des da Pendolino wer!
 
Der wars!
Wejman hintn a ganz kloins bisst haout gsea,
braust vo da Hiafa Seitn a Schnellzuch her.
Koin settn langer haouts nu gaouaniat gebm,
mindestens 15 oder 20 Weeng.
Wej da Schnellzuch war vorbei,
war die Streckn wieder frei.
da Pendolino war ruckzuck
scha durch die Rauasteicher Bruck.
Wenn der Scheiß Schnellzuch niat kumma wer
häima an Pendolino gseah.
Sua is uns ganga. Daou koast blaouß soong,
die kloin Leit sehn holt gaoua nix hom.
Hans Glaßer
 
Wer war denn der ?
 
Ich war amal im Landratsamt,
wej i raus bin, haout mi oina grammt,
springt ausn Auto raus und schreit:
Ja servus Glaßer, sua a Freid,
mir hom uns äiwi nimmer gsea,
wos mecht die Frau, die Kinnerla?
In mir setzts aus, wer is denn der?
dem howi überhaupt nie gseah.
Nu ja
 
Ach sochi, du bists, des is waouher,
des sen doch wengstens scha zwa Gaouher
wej mir besamm warn alle zwäi?
Naa mointa, draa, selmal in Gräi.
Und immer wieder ma schlechts Gewissen
waouher wird denn der Kerl dees wissn?
Ich konnt nen a niat unterbrechen,
köa enks blaouß song, der Mensch konnt sprechn.
Naou sagta schnell, er haout ka Zeit,
und nu amal, aoich haoutsnan gfreid,
ich soch; mich aa, Servus und tschüss,
und waoiß bis heit niat, wer der gwesn is.
Hans Glaßer
 
 As nei Gsangbouch
Gaoua is blaouß olt worn
und fern in November plötzli gschtorm.
War niat allzo graouß und dick,
ma haouts überall unterbracht, zon Glück.
Is trauri, daß mas hom verlorn,
doch ejtza is a neis geborn.
As Gsangbouch moini horchts ner her,
awäiala is des dick und schwer.
Naali howis gwong daham,
haout fei 730 Gramm.
Am ganz graoußn, für die alten Leit,
hom dej überhaupts ka Freid.
Des is nu schwerer als ma denkt
und helt fei niatamal auf da Benk.
In die Ledergschäfta sieht ma die Weiwa laufm,
dej möin sich a gräißara Taschn kaufm,
weil die schäine kloine nimmer paßt
und des graouße Bouch niat faßt.
An Männem douts a niat recht passn,
dej bränges in ka Goler- oder Mantltaschn.
Es diat ihnen owa a nix schon,
wenn sie as Bouch in da Händ dian trong.
Daou sochatn naou die arnern Leit:
»Schau, der gäiht in die Kirng heit.
Mitn Introitus is halt schlecht,
daou kumma vüll nuniat zorecht.
Oft issa scha vorbei,
naou siaht ma nu a Bleederei.
Schänner wers holt gwesn,
wemmern vo drinna nu kännt lesn.
Vül neia Lejda schtänga drinna,
dej waouma ejtza singa kinna,
und daß ma niat die Stimm verletzt,
sen die moistn oin Ton tejfer gsetzt.
Nuja, mit der Zeit
gwärna sich scha dra die Leit.
Es is holt alles nu aweng nei
und begreifm doutma des niat glei.
Unnara Enkl wems vielleicht derlebm,
wenns wieder amal a neis wird gebm,
und des is zo unnerm Glück
amend nuramal sua dick.
Hans Glaßer
Schönwald
Schöiwalarisch
Ja, unna Schprouch is niat sua leicht dou koaste schwa vahaua
oa dean kloin Beischpl wos etz kinnt dou koamas leicht daschaua.
Ich homa oft Gedankn gmacht a scha in alla Fröih
wenn sagt ma Zwa, wenn sagt ma Zwou wenn sagt ma endle Zwäi.
 
Wenns Kinna sen, nou sagt ma Zwa sens Weiwa sagt ma Zwou
und is vha Mannan nou die Riad sou sagt ma Zwäi dazou.
Und is des Zeich a biß' gmischt mit zwoiala Geschlecht
sagst rouhe Zwa, die Richtung schtimmt und Du houst imma recht.
 
Wenn a Gsellschaft baranana hockt und oina asse mou
dou koast draf wettn niat aloi, dou gengara imma Zwou.
Und höiast nachts, sua imma draa a Löid sua greißle schöi
dou brachst niat roun, dou woißt genau halt - etza kummara Zwöi.
 
Wennst leise durch die Bischla schleichst und höiast an leichtn Schraa
nou sens niat Zwöi, vielleicht sens Zwou doch meistns sensara Zwa.
Sua houst des mit dean Zwöi, Zwou, Zwa niat glei ban eiaschtn Schrit
Schöiwalarisch lerna, des koast nie des gitt die Mutta mit.
Paul Fischer
 
Gstandns 
De Leit song "Hallo" statts "Grüß Gott, und moina des waar recht modern,
und anstatt "servus" sogn se tschüß" und denkn: des häihert ma gern.
Vo Gspalktnan ham se nie wos ghäihert vo Aagschnienan aa scha niat,
se denk'n dann ma is weng täiert is daou davoa de Riad,
 
Kreahbröih mit Kniadlan: a bäihmisch Dorf, und Gellaroubn ja aa,
se denkn zwar, wöi gscheit se waarn und büldn sich wos aa.
Ja wunnern tiats me gaouer niat wenn a Fremmer nix vastäiht,
denn der koa gaoua nix dafier, wenner denkt: "döi sen ja bläid!"
 
Doch unneroina möißat wissn, dass's daou koi "Klöße" git,
waal Kniadla kröign de Kinner scha, bevor ihrn äierschtn Schritt.
Daou is ma naale wos passiert, dass e's enks nea dazüll:
In meiner altn Metzgerei, wir e gfraigt, wos e denn wüll.
 
Des Moidl hintern Lodntiesch, denk, ich, is va Schäiwal,
und redst mit dean Schäiwalerisch is des a klarer Fall,
"Draa Vöiering Gstandns, sens sua gout, s dirf aa weng möihera saa"
dean Moidl wern de Aouhern raout, se schaut recht daamisch draa.
 
"Wie bitte" fegt se, "wos welln Sie?Und wöivüll soll e wöign?"
Schaut schöichtern za da Moistre hi, döi tout sich vor Lachn böign,
"DummsMoidl, woißt denn du des niat? Ja, waou bist du denn her?
Va Tellersulzn is de Riad,döi will er hobn, der Herr!
 
Wahrscheinle sen va gestern her Erdepfl iewerlaa.
Gstandns und Aagschniena,ich wessert niat wos naouchat besser waar."
"Und wö vüll welln'S denn naouchat hobn?Des howe niat vastandn."
De Kundschaft lacht in ganzn Lodn:"Draa Vöihering Gstandns!"
 
"A Vöihering sagt de Chefin dann, "des is von Kilo a Achtl,
genau hunnertfünfazwanzig Gramm, etzt woißt's, du dumma Wachtl!"
Helmut Kitter,
 
 Metamorphose
Va frühia traamt da Gorch an Traam.
Ea liegt im Schattn untan Baam
und newa ihm sua traamt dea Schläfa
saa Möi(d)I, a junga netto Käfa.
Doch dea Traam woa schnell vabei,
wöinan aafgweckt haout saa Wei.
Sie stäiht voam Bett, im Haoua Wickla fia die Lockn,
daou schlupfta traamhaappat ei in sei Sockn:
"Schickte aweng, hopp hopp, marsch, marsch!"
Daou iis dea ganze Traam im Arsch.
Sua haout naou und naou, niat glei abrupt,
aus dean gunga Käfa(r)I a alta Drachn sich entpuppt.
Albert Landgraf

 

Bon Schläiazupfm 
Am Herwast zou gäiht an Wongna-Adl sa Frau
va Oichlberch hinte aaff Summahau.
Haout ihra zwa Boum aa mit dabaa,
da Seff woa sechs, da Schorschl nu koina draa.
An Hang daou oi van Schnapsbaron,
woa fast ganztoogs Sunn, koa bissal Schoo(t)n.
Drum haouts dort Schläiha ge(b)m in Hüll' und Fülle,
döi ham nix kost, woan desweng bülle.
Und aus dean Schläihan, glaabts mas fei,
mecht ma an goutn Schläihawei(n).
Zwa Oima vul wollt's desweng zupfm .
"Häija aaf mit dein Ümmananahupfm,
daaß ich in Rouh Schläiha zupfm koa,
paßt du öitz aaf, aaff den kloin Moa .
Daaß ea niat oikuglt daou den Ranga,
nu dazou gits daou aa Schlanga."
Sagt zan Seff d'Mutta, und setzt an Kloin unta Stauan.
Da Graouß tout scha voa an Mausluach lauan.
Doch mit da Zeit aaß Langawaal ,
daou gäiht an Seff immazou os Maal.
E'a fräigt die Mutta Dees und's Sel:
"Warum sen d'Schläiha, blau und niat wachsgel ?
Maama, warum trooch ich Huasn -und du an Ruack?
Warum hupft aaff die Ziech an Baron sa Buack?
Maama warum scheint d'Sunn sua haß aaff mein Kuapf?"
"Halt endle amal daa Maal du elenda Kruapfl"
Draaf iis awal Rouh, doch niat lang,
daou fräigt da, Seff ganz angstabang:
"Maama,...hm, Maama, ham d'Schläiha aa Boina?"
"Dumma Bou, schau hea, döi ham doch koina."
"Wenn d'Schläiha koina Boina ham,
daou haout da Schorschl voring dann,
wöia unta da Stauan daou is gsessn, häichstwohascheinle an Mistkäfa gfressn".
t.
Daschrockn haout sich d' Mutta zan Boum oibuckt,
doch dea Käfa woa gessn, gout zakait und hintegschluck
Za dera Gschicht waa nu za soogn !
Da Schorsch haout dees alles gout vatroogn.
Doch oins dees iis na hängabliem:
Ea draaht se heint nu naou jedan "Käfa" im,
Ea trinkt aa gean nu dean Wei(n) aas Schläiha,
blaous Mistkäfa frißta koina mäiha.
 Albert Landgraf

Da Földroi 
Biist fröiha durch Wiesn und Fell(d)a ganga,
wöi haouts daou blöiht am Földroi oda Ranga.
Die Ameisn harn aagsammelt die Veichalsama
und trempalweis iis nu gwachsen die Khannasblama.
Die Schmetterling sen gfluang, die Haaschreckn ghupft,
die Kinnala, an Thymian hamma fia's Bodwassa zupft.
Haalkraita konnst sammeln gecha Houstn oda fia d'Nosn,
und Bawlstöck fia die Stoolhosn.
 
Iis Amd die Sunn dann untaganga,
daou haout as Roi-Nachtle(b)m oagfanga.
Dees woan awa niat blaous Nachtaaln, Falta oda Mais,
naa, naa, daou ham sich höimle stüll und leis
aa jung valöibta Paarla troffn,
waou annascht iis ja damals nix gloffm.
Des woa a Le(b)m und a Blöiha,
daou koama blaous soong: " Sua woas halt fröiha!
 
Doch dann ham a poa Gscheita, ich glaab va ganz "uam",
aaf deitsch gsagt a graoußa Sau aafghuam.
"Döi haafn Roi", hams gsagt, sen "Störfaktoren"
die Bauern kinna niat gscheit arwan mit ihm "Traktoren".
Drum ham döi Herrn am "Grünen Tisch",
dees alles weggmacht mit oin Wisch.
 
Öitza sagts amal selwa, es iis doch sua,
dees woa a Eingriff in die Natua
wöis d'Flur bereinicht ham, döi Affm.
A kahla Landschaft hamse gschaffin,
ogsägt hamse Waalala und Heckn,
koa Hos, koa Viachal koa se mäiha vasteckn.
Und Ranga oda Feldroi
daou findst kam mäiha oi.
 
Und wos daou gwachsn und in Blöih haout gstandn,
dees iis scha lang nimma voahandn,
iis untaghackat und flach gmacht worn
und manches iis scha fast aasgschtorm.
 
Dees Roi-Nachtle(b)m va die Gunga gits aa nimma,
döi gänga heit suawöisua glei aaffs Zimma.
(Oin Vortaal haouts, "Er" haout nächstn fröih
koina gräin Fleck am Huasaknöi.)
Die Roi-Romantik is aas, vabei und passe
bleibt uns blaous nu die Apatheng fia unnan Rheimatee.
Albert Landgraf
 
Löwenzahn's Nachtgebet
Lieber Gott
bevore mein Blöih zoumach
und za Dia sooch: "Gaouta Nacht"!
Daou höite nu woos zu bere(d)n.,
woos mi arch aufregt in meim Le(b)m.
lich bin doch oaspruchslos, wachs aa jedan Buan,
blöih untn im Tal und am Berch weit druam.
Za Salat wean meina Blaa(t)la im Fröihling vawendt,
alls Haalkraut mii leda Dokta kennt.
Zan Wassalaoua, gecha Rheima, fia die Gall
brachn se mii fast üwarall.
Trotz Kunstdung und dea scharfm Gülle
wachs iich nu in Hüll' und Fülle.
Ich bin eifach niat aaszarottn,
trotzdem toun me die Leit vaspottn.
"Löwenzahn" haoustme taaft, sua iis maa Nama
weit flöign meina Fallschirmsama.
"Pusteblume" soong desweng die Preußen,
"Kouhblama" wiare aa nu ghoißn.
Ma koa nu annara Nama va mia hälan,
döi mi awa niat weita stäilan.
Doch in Bayan, daou ganz ua(b)m
und dees, dees ghäilat streng vabua(t)n,
daou toun döi, döi woos me kenna,
ganz ordinär blaous "Bettsoicha" nenna.
Ända dees bittschäi, in Deinem Namen.
Amen.
Albert Landgraf
  
Kohlweißlings Leid
Zwou Raupm sitzn aaffm Kraut
die oi döi frißt, die anna schaut
und sagt: "Dees Haipl daou, dees koast vagessn,
koa oinzichs Blaa(t)I davoa koast fressn.
Kam haoust oigschluckt an äiaschtn Bissn,
denkst glei, dei Därma wean zarissn.
Ma Urgroßvata haout oft dazühlt
und daaß dees waouha iis, howe gfühlt.
Dees woa fröiha nu a annas Le(b)m.
s'haout ja aa koi Chemikalien ge(b)m.
Daou konnst fressn, biist niat glei gschtorrn,
biist naoun Vapuppm a Schmetterling woan.
Doch heintzatooch, daou wiad glei "gspritzt",
egal wea daou am Kraut druam sitzt.
Drum singas uns scha im Wiegenlied:
"Kind hüte dich vor Pestizid!",
Erreichst trotz all dean Gift da Raupmalta,
verpuppst de und schlupt'st dann als Falta,
daou wiast dann aa nu untagsetzt,
erniedricht und zatöifst valetzt.
Denn ob kloina oda graoußa Weißa,
im Volksmund hoißma nea "Krautscheißa".
Albert Landgraf
 
Porzelliner-Syndrom
Es haout mal an Porz'liner gebn,
und des is wirkle a recht harts Lebn.
Gärwert haout er, moine, von Rosenthal,
und wör s halt sua vierkinnt immer a Mal:
saa Alte fängt oa zan lamatiern,
se haout's in Kreuz, am End sen's de Niern,
hint und vurn tiat se's zwickn,
und in de Schouh km de Frostballn drickn.
 
Se mecht dean Moa bal ganz varrickt,
bis der saa Alte zan Dokter schickt.
Wöi se hoim kinnt, fräigt se da Moa a weng aas.
"Da Dokter moint, a Porzellan-Syndrom waar's."
Der Moa koa ower des niat recht kapiern,
und de Frau tout weiter arch lamatiern.
Drim schickt er de Frau zan Arzt nu Mal hi,
und de Frau kinnt hoim, und wieder sagt sie:
 
"A Porzellan-Syndrom is des, wos ich ho,
daou beißt de Maus koin Fodn niat o!"
Der Moa koa des ower niat sua recht glaabn,
suara Krankat git's ja niat Mal in Traam!
Des gäiht dann nu a paar Wochn sua zou,
waou der Moa mit der Frau Geduld hobn mou.
 
Dann gäiht er endle mal selwer zan Dokter,
zwou Stun in Wartezimmer hockt er,
doch endle, endle kinnt er droa.
"Wos fohlt meiner Frau?" fräigt an Dokter der Moa.
"Wos wird se denn fier a Krankat hobm?
Des git's doch niat, a Porz'liner-Syndrom!"
"Ich wollt's deiner Frau sua direkt niat sogn,
döi haout's niat in Kreiz und aa niat in Mogn.
Drim howe ma aasdenkt des neie Syndrom.
In Wirklichkeit is döi gaoua niat kroank,
Se haout blaouß niat alle Tassn in Schroank."
Helmut Kitter

Hallo Wien
As gäiht doch näichads olwerer zou als wöi af dera Welt!
Unner gouter Martin Luther tiat sich, moine, wenner nu lewat, in sein Grob imdrahn, kännta seah, wos de Leit as sein Reformations­tooch gmacht harn. In Sachsen und Thieringen, waoun eh nimmer vül Leit in de Kimg genga, is dees nu a richticher Feiertooch, ower in un­nern Freistaat hamsen ogschafft. Dees kannt oin scha stinkn. Statt dean hama suara neia Mode as Amerika. Iech ho vanäih denkt se kummat va Eestreich, waal durt sagt ma ja heintzatooch aa nimmer „Ha­wa d'Ehre, Servas, G'schamster Die­ner, Grißdigott" sondern „Hallo". Ower dees olwere „Hallo Wien", wa­oun sich Kinner und Tienetscher oan 31. Oktower, oftamal aa nu oa Alla­haaling wöi Gspenster aafföi­hem, Kirwis aashöllern und brenna­te Kerzn eiche tan, alte Leit da­schreckn, jede Menge Unfug oas­tölln und oftamal aa Schodn oa­richtn, also dees is wos Amerika­nisch! Afaran settn olwem Import möißatnse Einfuhrzoll valanga. Wo's tiat denn da haaliche Martin, der waou sein Mantl mitaran arma Moa talt haout, daou dazou sogn, danse in unnara Zeit oa sein Tooch scha mit da Fosnat oafanga? Döi dirfat doch eichentle äiersäit oan Ewerschtn oagäih. Wöi iech nu a kloina Bou war, daou is oan Ni­klastooch aa niat da haaliche Niklas immagloffn, der waou amal Bischof war. Naa, da Pöllazmertl wars, der haout an Knecht Rupprecht dabaa ghat. Der haout mitara Rouchtn imarananerg­fuchtlt, mitara eisana Kian grasslt und de Kinner da-schreckt, döi waoun hinter ihn hergrennt sen und oa sein Kietl zupft ham. Also iech waar als haali­cha Martin beleidicht, waal de Leit mein Tooch van Novämer afn Dezä­mer vaschuabn ham! Blaouß nu de Kinner­schölkinner genga oa Martini miet ihrane Lotem durch de Stra­oußn und singa a poar schäine Lö­idla. Und de Gäns wern massakriert. In Dezemmer howame allawaal gfreit, wenn da katholisch Pfoara Vol­lath inara Vareinsweihnachtsfei­er an Niklas gmacht haout - des war einfach schäi und gaoua niat olwer. Ower der goute Alfons is halt awaal druam in Himml.
Glei naou de Schöllferien stenga scha de Schokladniklas in de Recha­la - ower dees Olwere daou droa is ja, dass da Niklas eichen­tle als Bi­schof ganz annerscht aasschaua möißat. Wos da daou zan kaffm oa­buan wird, is doch blaouß der ame­rikanische Coca-Cola-Weihnachts­moa. Sette Fichum mit ihre olwem raoutn Mantala hänga oftamal wochnlang stur oara Hauswänd, wöi wennse iewe­ra Strieckloitern ins Kinnerzimmer krawin miechatn. Oder se sen am Dooch. als obmse durchna Schlaout ins Haus wollatn. As Amerika hama ower nu mäiher olwers Zeich importiert. Daou den­ke blaouß oan Kaugummi, dea waou unter manchem Wirtshausst­öll, oftamal zagaoua oa da Unter­seitn va da Kirngbänk picht. Und dees is fei nu lang niat allas! Pro­wiertses amal aas, gäts löiwer oan Reformazionstooch oder Allahaa­ling amal in de Kimg und genöißts nu a poar schäine Tooch in dean Herwast.
Pfiat eich Gott.
Enker Hannickls-Adl alias Helmut Kitter

Selb-Plößberg
 
Dös gschtuhlne Fahrrodlöicht
Da Schorsch woa a wenig a Original, wöi ma sua sagt. Ea woar oft mit sein altn Fahrrod untawegs und es ies halt ah oft scha spaat woarn, wöi ea hoimg­foahrn ies. Sua ies amal schaa finsta gwesn und untawegs Kam ihn zwäi Polizistn oaghaltn, waala koa Löicht ghat haout. An sein altn Fahrrod woa nuch nie a Löicht droa, owa da Schorsch wollt sich natirle assarian und haout ganz üwarascht taou und gsagt: "Ja gitz denn dös ah, heit Mittoch daou woa doch dös Löicht nu droa, dös möinse mia gschtuhln hoom!" Döi Polizistn ham na Schorsch owa schaa länga kennt und da oi haout mit da Taschnlampn os Fahrrod oogleicht und haout gsagt: "Dös koas owa niat gehm, daou ies ja niat amal a Luach droa, waou dös Löicht oagschraubt woa." Da Schorsch woa owa niat imara Ausriad valeng und haout glei draaf gsagt: "Also sua a Gemeinheit, ötza ham döi doch dös Luach ah miet gschtuhln !"
Richard Heinrich
 
 
A Stamperl Rosbacher bitte
Daou woar in da Gnäicht va Söll (Selb) amal a Wiat, dea woar bekannt, daß ea die Leit gern a weng zum Narrn ghaltn haout. Ea haout ah gern a poar trunkn, woos ma ja oin niat vadenkn koa, wenn oina na ganzn Tooch dös Zeich na Gästnan hiestölln mou. Ea haout meistns assaran Schoppngloos trunkn, dös woos untn Zapfhahna aff da Thekn gschtandn ies, daou ies dös ah niat sua aafgfalln. Gern haouta ah schaa an „Roßbacha" (Kräuterschnaps) trunkn. Daß dös owa seina Gäst niat sua gseah ham, haouta sich an Trick aasdenkt. Seina Gäst senn owa baal dahinta kumma und ham dös schaa gmerkt owa nix gsagt. Za dera Zeit ies va de meistn Wiatshaisa nu hinta da Thekn a Fensterl gwesn, dös woar die „Gassnschänk", sua haout' mo dazou gsagt. Fröiha ham die Leit as Böia nu van Wiatshaisern ghuult, sie ham klinglt, dann haouts da Wiat asseglangt und sie mousstn niat eichegäih in die Wiatsschtumm.
Unna Wiat wenn an Roßbacha trinken wollt, dann haouta schnell dös Fensterl a bisserl haouchgschuahm, sua weit daß ea an die Klingl langa kunnt und haout klinglt. Ea haout dann as Fensterl ganz aafgmacht,daß die Gäst denkt ham es ies wea drassn. Ea haout laut gfräigt: „Woos kröings denn? An Roßbacha?
Selbstvaständle glei!" Ea haout dean Schnaps aagschenkt und assegschtöllt, dann haouta nu scheinheile dazou gsagt: „So dann bekomms wohl!" Glei drauf iesa asse und haout den Roßbacha schnell trunkn. Dös haouta langa Zeit sua gmacht, bis amal, wöi ea dean Trick ah machen wollt, saa Frau drassn gschtandn ies. Daou woas dann vabei damit. Danaou moußt ea sich halt woos annas aafalln laoua, woos ihm beschtimmt niat schwaar gfalln ies.
Richard Heinrich

As dünne Böia
Es woar sua nouchna letztn Kröich,also sua nou 1945, daou haouts va uns in Deitschland ja hint und vorn nix geem, waals halt üwarall gáalt haout. As Böia woa deshalm ah schaa arch dünn, waal de Gerschtn moußt damals gmohln wean und draas haout'ma ja Brout bachn. Die Breier ham fast koa Moolz ghat zan Böiabraua, woos döi damals dazou gnumma ham ies heit nu a Rätsl füa miech. Dös Böia haout ah niat bsondas gschmeckt, owa die Mannsbülda hams trotzdem trunkn - woos sölltns denn ah weita machen, wenn se Duscht ghat ham. Daou haout da Schorsch amal za seina Frau, da Lina gsagt: „Gäih zou, iech häit heit Gluust affara Böia, huul miea doch zan Aoumdessn oins van Wiat druntn, ah wenns niat gout schmeckt!" Die Lina ies mittaran Krouch ganga, waal Flaschn haouts ja ah koina geem. Da Wiat haout as Böia aagschenkt, ea haout a Luftpumpn dazou ghat daß dös assagloffn ies, waal Kohlnsaire haouts ja ah niat geem. Dös ies dann ah schaa ganga, waal Nout mecht ja bekanntle erfinderisch. Ea haout owa glei za da Lina gsagt: „Gäih nea schnell hoim, sinst ies da Schaum furt!" Die Lina haout alladings untawegs ieah Freindin, die Anna troff m und döi zwou ham sich natirle allahand Neiichkeitn zan dazühln ghat. Desweng haout dös ah schaa a Waal dauad, bis sie hoim kumma ies, dort haout da Schorsch schaa lang gwardt aff saa Böia und woar schaa grante. Wöi ea dös Böia dann gseah haout woar ea nu zornicha, dös haout owa ah schaa nimma schäi aasgschaut. Miea song daou Nachtwachterl oda ah nu a annas Wort dazou. Ea sagt in seina Wout glei za da Lina: „Dös Böia koast ötzat glei in Abort eischien, dann braucht dös wengstns koin Imweech mäija machen und iech brauch in da Nacht niat aafstäih!"
Richard Heinrich
 
Da Rout vom Dokta
Da Meier's Michl liegt im Bett,
wäih tout ihm wieda amaal saa Hals.
Ah da Moong passt ba ihm net,
oh wäih, woos zwickt ihm denn niat alls.
Saa alta Freind da Dokta Schneider,
dea kinnt und sagt: „Diea fahlt's im Moong,
mach du ja niat sua weiter -
laou diea amaal woos soong!
Maa liewa Freind,du saffst za vül,
du wirst za dick und faul,
du kennst koa Mouss und ah kao Zül,
dös schmeisst na stärkstn Gaul.
lech rout diea, dass't as Saffm lässt
und niat wöi etz sua weitamächst.
Baal hockst im „Eck" schaa imma draa,
Baal druntn in da „Gmoi",
dös koa doch nea daa Schodn saa -
s'Best waar, du bleibst dahoim.
„Woos?" sagt da Michl, „etz' wirds recht,
du hockst doch ah meist dort,
huoust manche Nacht ah schaa durchzecht,
daou driewa sagt ma doch koa Wort!"
„Mei",sagt da Dokta und lacht dazou
und setzt sich auf sein Hout,
„maa liewa Freind,ja glaubst denn du -
miea tout dös Saffm gout?"
Richard Heinrich
Dös alte Zeich 
Sua Anfang va de fuffzicher Gaua, wöi die Leit schaa wieda a weng za Göld kumma senn, daou ham vül ieah alts Zeich asse und ham sich neia Möbl und zu allahand annas Zeich nei kaaft. Dös alta ies entweda am Buadn oda innara Rumplkammer eigschtöllt oda ah oft assegschmissn woarn. Es haout owa dann ah Leit geem, hauptsächlich in da Stadt, döi woos döi altn Möbl und ah dös anna alta Zeich gsammlt ham.Mancha haout sich a Stubm mit altn Möbl aagricht und alln möglichn Krempl miet eigschtöllt oda an die Wänd ghanga. Owa mit da Zeit senn döi Bauan und döi Leit woos sua Altatümer ghat ham schaa schlauer woarn und ham dös nimma sua bille heagehm oder ah oft löiwa selwa bhaltn. Da Max woar ah sua a Sammler, dea haout allas woos ea dawischt haout und es woar woos Alts, brauchn kinna. Alte Möbl, Stöll, Tiesch, Uhrn, Böiakröich, Bülda und sinstwoos, ea haout dahoim schaa suavül immastäih ghat, owa ea wollt imma nu mäihara hoom. Amaal ies ea zaran Bauan kumma, dean haouta gfräigt ob ea altn Krempl haout. Dea Baua haout glei gsagt: „Ja, daou gäihst miet affna Buadn,daou liegt allahand imma!" Da Max haout saa helle Fraad ghat an dean woos daou immagschtandn ies. Spinnradla, Bülda, Schachtl mit altn Kaffeedipflan und altn Porzellan, a kloina Truhe und ah alta Böicha. Ea haout allas schäi oichetroong van Buadn vors Haus hie. Woi'a fast allas druntn ghat haout, ies da Baua kumma. Ea haout a weng gschaut, dann haouta na Max gfräigt: Woos zohlastn füa dean ganzn Krempl?" Da Max haout üwelegt und gsagt: „Sua wös daou stäiht zohlate schaa fünfhunnert Mark!" Dea Baua haout glacht, dann haouta gsagt: „Iech wül dean Krempl ja gaoua niat vakaafm, iech wollt ja nea amaal wissen woos dös üwahaupt wert ies !"
Richard Heinrich
Neibercha Bittlingskirwa 
In Neiberch (Neuberg, tschechisch: Podhrady) in da Gnäicht va Asch in Bäihmischn, daou ies die Kirwa schaa im Fröihling, genau zwaa Wochn naou Aoustern gfeiert worn. Sie woa bekannt als die „Bittlingskirwa" und zwoa desweng, waal dort a richticha Kirwa­markt ooghaltn worn ies und an vül Standnan haouts Bittling geem. Ma haout ja fröiha koa Kühlmöglichkeit ghat, deshalb senn ja die Fisch meistns gräichat aff dean Festan vakaaft worn und daou halt ganz bsonders Bittling. Aff dera Kirwa woan dann ah nu Schöiß­budn, Reitschöll (Karussell), Schaukl und Vakaufsbudn füa alla möglicha Sachn. Waal dös die äiaschta Kirwa im Gaoua woa, senn ah vül Leit kumma. Döi senn ass da ganzn Umgebung und meistns assna sächsischn Vogtland aff Neiberch kumma, es woa ja nea drei oda vöia Kilometer bis an die Grenz. In dean sechs Neibercha Wirtshaisern woa natirle ah allahand laous, waal ja fast üwarall a Musik gschpült haout. Seit da Wende naouch 1990 feiern die altn Neibercha, suaweit sie ja nuch leem, mitna Tschechnan zamm in heitichn Podhrady alla Gaoua wieda döi Kirwa. Owa ötzat innaran kloin Rahmen und Bittling gits daou ah nimma. Owa es ies trotz­dem schäi, daß ma vasoucht döi alta Tratition wieda aufrecht zan haltn.
Richard Heinrich
 
As äiascht Motorrod  
Da Karl haout sich a Motorrod kaaft, dös woar damals in die dreis­sicher Gaoua schaa a Sensation, waal dös kunnt sich ja niat jeda leistn und es woar as äiascht Motorrod im Dorf. Desweng senn ah vül Nachbarn und Dorfbewohner zan Karl kumma und ham dös bewunnert und da Karl woar ah schaa stolz draaf.
Da Johann woa bekannt, dass ea a weng arch neigierich ies und dea ies natirle ah kumma und wollt halt allas va dean Fahrzeich wissn. Da Karl haout ihn dös erklärt und zan Schluss gfräigt: „Wüllst wohl amaal mietfahrn?" Dös woar na Johann schaa recht, waal ea ies ja nu nie aff sua an Motorrod gsessn. Ea haout saa blaue Arwats­schürzn droaghat und die Fülzpantoffl, owa dös haout ihm weita nix aasgmacht.
Döi Gschicht ies innaran Dorf ba Söll (Selb) passiert. Da Karl ies lousgfahrn Richtung Schäiwahl, weita aff Rehau und ah dort haouta niat oaghalten und ies ah niat immkäiat. Na Johann woas schaa nimma ganz recht, owa da Karl ies weita gfahrn bis aff Huaf (Hof). In Huaf ies da Karl dann voa an Wirtshaus stäihbliem und haout gsagt: „Sua, etzat käian miea amaal aa und trinkn oins! Du wierst schaa füars Mietfahrn oins aasgeem?" Na Johann woa dös gaoua niat recht, ea haout ja nea die Pantoffl oaghat und saa Arwatskluft, a weng geize woar ea ja ah. Owa da Karl haout niat nougeem und da Johann moust ja mietgäih, waal sinst waar ea ja niat hoimkum­ma. Wöi sie dann oin trunkn ghat ham, ies da Karl schaa wieda hoimgfahrn. Da Karl haout natirle sein Gschpass draou ghat und haout dös halt dann üwarall dazühlt, owa da Johann ies nimma aff dös Motorrod gschtieng.
Richard Heinrich
 
 
Wöi da Schorsch van Karl gweißt haout 
 An Karl saa Frau haout die ganz Zeit schaa za ihm gsagt: „Du, miea möin amaal unna Schlaoufstumm weissn, schau daßt an Ma­ler findst!" Da Karl woar a weng sparsam und haout'a im Wirts­haus an Schorsch troffm, dea haout sua nembei van Leitnan öftas gweißt. Sie han aasgmacht, dass am Sunnamd (Samstag) an Karl saa Schlaoufstumm gweißt wiad.
Da Schorsch ies ah kumma und haout dees gmacht. Ea haout schnell und sauwa garwat. Sua imma zeahna woar ea ferte mit'na Weissn, es häit nea as Musta nu draafgrollt wem möin. Da sagt da Schorsch: „Dees mou etzat richte truckn wern bevoa ich draafrolln koa, iech gäih awaal zan Michl iewe, dean saa Küchn mou ah gweißt wem, döi ies niat graouß und mit dera bin iech bis zwaa fer­te"! Na Karl woar dös niat ganz recht, owa woos söllt'a denn machn. Es ies draa (drei) woarn und da Schorsch ies niat kumma, na Karl saa Frau woa ah schaa ganz nervös.
A halwa Stunn haout da Karl nu gwart, dann ies'a zan Michl iewe und wollt nouschaua. Da Michl sagt: „Dea woa schaa amaal daou, haout owa va miea nix gmacht. Eahaout gsagt, dass dees heit niat gäiht, waal ea va diea niat ferte wiad voa aoumds. Dann ies' a schnell affra Maouß zan Wirt oiche ganga ! " Da Karl ies heum und haout nougschaut, ob da Schorsch niat schaa dort woa, owa nix woas. Zwaa Wirtshaisa ies ea ooganga bis ea na Schorsch gfunna und gsagt haout: „Woos ies denn, miea mächtn doch heit Nacht wieda in unna Schlaoufstumm ei, wennst du niat weita mechst, wean miea ja niat ferte?" Da Schorsch lacht und sagt: „Ja woißt, iech hoo miea van Wirt a GSCHTANDNS b'schtöllt und daou ies halt a GSESSNS draas woan, iech kumm dann schaa !"Dabaa haouta recht bläid glacht. Da Karl haout ihm owa nimma zoutraut, daß dea nu grood dees Musta an die Wänd euche bringt und haout'na sitzn laoua. Dahoim haout saa Frau niat äihara Rouh geem, bis ea dees Musta selwa an die Wänd grollt haout und dees ies ganz gout ganga. Sie wolltn ja in da Nacht wieda in ihrn Bettnan schlaoufm.
Wöi alas ferte woa haout sie gsagt: „Wennst glei an richtichn Ma­ler b'schtöllt hättst, dann hättst dees etzat niat selwa machn brauchn - dees kinnt halt va dein Geiz !"
Richard Heinrich
Bestechungsversuch

Es wo dass da alt Bergbauer imma während da Predicht schlaaft. Deeßs haout na Pfarrer natirle niat gfalln. Dea Bau­er haout in da Kirng imma sein Enkel, na Max,miet`ghat.
In da Relichionsstund haout desweng da Pfarrer zan Max gsagt: „Wenn dein Großvater wieder in der Kirche wäh­rend meiner Predigt schläft, dann schuppst ihn immer, da­mit er wieder aufwacht. Wenn du das machst, dann be­kommst du von mir jeden Sonntag drei Kronen !“
Dees ies sua fünf Wochn ganz gout ganga, da Max haout na Opa imma gweckt, wenn dea aagschlaoufm ies. Owa dann haout da Pfarrer gseah, daß da Alt wieda schlaaft und da Max niat dagleichn tout. Nouch da Kirng haout`a des­weng na Max aff die Seitn ghuult und gsagt: „Ich gib dir doch pünktlich immer die drei Kronen und du weckst dei­nen Opa nicht wenn er wieder schläft, warum machst du das ?“
Da Max haout a weng valeeng gschaut und draaf gsagt. „Ja Herr Pfarrer, da Großvatta gibt miea immer fünf Krona, wenn iech ihm in da Kirng schlaoufm laou !“
Ri­chard Heinrich

Bete und arbeite

Innaran Dorf im Echaland woar`s. Da Michl haout a schäins Bauernzeich ghat, owa ea woa nea nu alleu. Saa Frau wo Desweng haout ea halt die ganze Arwat selwa mach`n möin und dees woa niat weng, wöi ma sich ja denk´n koa. Ea ies desweng ah niat, sua wöi`s halt dort da Brauch woa, am Sunnte in die Kirng kumma. Dees ies owa na Pfarra aafgfalln und dea ies des­weng amaal zan Michl ins Haus kumma.
„Michl“, haout`a gsagt, „warum kommst denn du nicht mehr in die Kirche am Sonntag? Ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen.“
„Ja Herr Pfarra,“ sagt da Michl, „iech hoo halt vül Arwat daheum. Die ganza Woch mou iech tichte arwan und am Sunnte fröih wenn iech as Vöich vasorgt hoo, dann mou iech ja a weng zammraama ah. Daou koa iech niat in die Kirng ah nu gäih !“
Sagt da Pfarra: „Aber Michl, in der Bibel steht ora et labo­ra das heißt bete und arbeite!“ „Ja Herr Pfarra, woos in da Bi­bel stäiht ies schaa richte und sua woll`n miea dees ah hal­t`n. Sie tann bet`n und iech tou arwan!“
Richard Heinrich

Eine einträgliche Kälberkuh

Im Heimatbuch von Bad Brambach aus dem Jahre 1931 fand ich einmal folgende Geschichte, geschrieben von ei­nem Oberlehrer E.H.Wohlrab, die ich hier einmal verkürzt wiedergeben möchte. Sie soll sich vor dem 1.Weltkrieg zu­getragen haben:
Im Oberen Vogtland, zwischen Bad Brambach und Bären­dorf, liegt im idyllischen Röthenbachtal die Lochmühle. Ei­nen Steinwurf über der Grenze lag einst das Gasthaus „Zum Grünen Frosch“, bereits auf Wernersreuther Flur. Die­se Grenzwirtshäuser waren ja beliebte Ausflugsziele, beson­ders wegen der Preise. Es war halt in dem einen Land mal „Dieses“ und im anderen mal „Jenes“ billiger, denn es wurde ja mit dem Pfennig oder mit der Krone gerechnet. Deshalb kamen die Gäste auch von beiden Seiten der Grenze in die­se Grenzwirtshäuser. Zu dieser Zeit wurde der Personenver­kehr über die Grenzen auch nicht so streng überwacht, al­lerdings beim Warenverkehr war man schon strenger.
Im Oberen Vogtland wie auch in den böhmischen Dörfern gab es ja viele Kleinbauern. Diese hatten oft nur ein paar Kühe im Stall, vielleicht noch ein Paar Zugochsen. Oft wurden aber auch die Kühe einge­spannt. Die Kühe brach­ten ja fast jedes Jahr ein Kalb zur Welt, dieses wurde aber meist schon nach einer kurzen Zeit wegen Futter-oder Platz­mangel verkauft. Aber nicht nur des­wegen, sondern man brauchte ja auch das Geld. Die Bauern in unserer Gegend mußten ja auch bescheiden leben, denn der Boden in dem bergigen Gebiet war nicht so ertragreich als wie im Eger­land.
In der Stadt Asch gab es viele Fabrikanten, die gerne Kalb­fleisch aßen, wie auch im nahen Franzensbad das Kalb­fleisch von den Kurgästen geschätzt war. Daher bezahlten die Fleischer aus Asch und Franzensbad auch etwas mehr für ein Kalb als die Fleischer im Vogtland. Aber da war halt die Grenze! Aber da gab es ja Grenzwirtshäuser zu de­nen der Weg nicht allzuweit war. So erzählte man sich, daß sich in den Stall des „Froschwirtes“ öftermal ein Kalb „ver­laufen“ hatte. Die Ascher Fleischer holten dieses dann mög­lichst schnell ab. Damals fuhren die Flei­scher ja meist nur mit einem von einem Pferd gezogenen Wagen. Ich habe gehört, daß ganz früher manche Fleischer auch oft nur ein Hundgespann hatten.
Die Österreichischen Zöllner, „Finanzer“ genannt ,waren natürlich auch an der Grenze unterwegs,dies ja früher zu Fuß. Sie kontrollierten natürlich wenn in Grenznähe ein Fleischer mit einem Kalb kam und mußten alles nach Dienstschluß in ein Rapportbuch eintragen.
Diese Buch kontrollierte der Inspektor oder Kommissar ja auch manchmal und da fiel es ihm auf, daß in der letzten Zeit öfter darin stand: „Fleischer aus Asch mit Kalb vom Frosch getroffen“. Das kam ihm etwas komisch vor und er wollte der Sache einmal nachgehen.
An einem schönen Tag,er hatte dienstfrei,machte er sich auf den Weg zum „Frosch“. Er setzte sich in die Gaststube, be­stellte sich eine Brotzeit und trank genußvoll ein kühles Bier und war bester Laune, trotz des langen Marsches. Als der Wirt dazukam, unterhielten sie sich bestens und so neben­bei fragte der Kommissar wieviel der Wirt Kühe habe. Die­ser konnte ja schlecht lügen, da es ja leicht zu einer Stallbe­sichtigung kommen konnte, daher sag­te er wahrheitsgemäß, daß er nur eine Kuh im Stall habe.
Der Kommissar war wegen der guten Brotzeit und der Biere in bester Laune und sagt zum Wirt: „Mein lieber Wirt,hal­ten sie diese Kuh nur schön in Ehren, die hat in diesem Jahr schon acht Kälber gehabt !“
Ob er danach das Wirtshaus öfter kontrollieren ließ, weiß man nicht mehr.
Richard Heinrich

Füa woos a Handy gout saa koa

Ich selwa woa ja niat unbedingt füa sua a Handy, waal iech bin schaa sua old ohne sua an Ding woan. Owa heitza­toochs haout ja fest jeda Mensch euns und wenn ma keuns haout, dann schauen die Leit eun ganz komisch oa. Wenn ma die Gunga sieaht, döi han dees Handy ja imma ba da Händ, ff da Straouß, in da Bahn, im Autobus, in da Schöll und iech glaub suagaoua am Kloo.
Daß sua a Handy ah füa woos nützle saa koa, dees wül iech enk etzat dazühln:
Innaran Wirtshaus haout nachts imma zwaa as Telefon klinglt. Da Wirt woa nuch niat lang im Bett und ies halt aafgschtandn und euche ganga: Daou fräigt Euna am an­dern End, wenn dees Wirtshaus wieda aafgmacht wiad. Da Wirt sagt: „Morng imma neina in da Fröih!“ Ea legt aaf und gäiht wieda in saa Bett. Naouch fünf Minut`nan klingl­t`s schaa wieda. Da Wirt gäiht wieda eiche und ies schaa ganz grante.
Dea am annan End fräigt wieda wenn aafgmacht wia­d. Daou schreit da Wirt eiche: „Iech hoo doch schaa gsagt morng imma neina in da Fröih ! Owa du kinnst miea niat eina, dees koa iech soong !“
Dea am Telefon sagt ganz kloalaut: „Iech wüll ja niat eiche,iech wüll nea asse! Iech bin am Kloo aagschperrt !“
In sua an Fall ies a Handy schaa gout !
Richard Heinrich

Jede Beratung kost Göld

Da Christian,da Wirt vom „Schwarzen Adler“,haout öftes amaal an Advocaten braucht, ea haout sich gern a weng mit all`n möglichen Leit`nan oaglegt,woos ja füa saa Gschäft niat imma gout woar.
Dees woa niat bille, waal dea Advocat haout füa jede Bera­tung imma 100 Mark valangt und dees woa na Christian doch a weng teia. Waal dea Advocat ah öfta ins Wirtshaus van Christian kumma ies,haout`a ihn amaal halt woos gfräigt.Ea haout sich denkt,wenn ea niat in die Kanzlei za ihm gäiht,dann kost dees nix.Owa naouch a poa Tooch ies ah wieda a Rechnung kumma und dees haout na Christian schaa arch gärchat.
Wöi dann da Advocat wieda amaal ins Wirtshaus kumma ies, haout da Christian niat dagleich`n taou und saa Frau ah niat,sie han niat gfräigt, woos dea gern häit. Dees ies dean dann doch za dumm worn, wöi ea sua a zeitlang gsess`n ies und haout nix b`schtöll`n kinna, desweng haout`a laut gsagt: „Was ist denn das für eine Wirtschaft, ich sitze schon eine Viertelstunde und kann nichts bestellen ?“
Daou ies da Christian hieganga und haout gsagt: „Ja,miea trauen uns nicht zu fragen mwas sie wollen,denn bei ihnen kostet jede Auskunft immer gleich 100 Mark !“
Richard Heinrich

Oa Böia zavül

Da Schorsch ies jedn Tooch a weng ins Wiatshaus ganga, ea woa Junggsell und woos häit ea sinst ambs machen sölln. Im Wiatshaus haout ea jedn Tooch seina 10 Sei(d)la Böia trunkn, dann haout ea nu as „Geestseidl“ draaf kröigt, wöi dees fröiha sua woa, sua haout ea dann imma seina 11 Böia trunkn.
Amaal ies halt a schäina Untahaltung gwesn, woos ja heit nimma oft vieakinnt, waal es gängan ja nimma vül Leit amds in Wiatshaus, daou ies da Schorsch a weng länga sitzn­bliem. Wöi ea zohln wollt, haout da Wiat 11 Böia oog­rechnet, dees wollt owa da Schorsch niat glaum, owa da Wiat wollt sich ah niat schtrein, waal da Schorsch a gouta Gast woa, waous ja heit nimma vül gitt davoa und woa mit 10 Böian zafrien.
Na annan Tooch ies da Schorsch wieda kumma und haout glei zan Wiat gsagt: „Du haoust fei gestern recht ghat, iech hoo wirkle a Böia za vül trunkn !“ Da Wiat fräigt, wöi ea daou draafkinnt. Sagt da Schorsch: „Wenn iech jedn Tooch meine 10 Seila trink, es da Nachttuapf fröih bis zan Rand vull, owa heit fröh ies dea üwagloffm !“
Richard Heinrich

Thierstein
Da Stammgast 
A Stammgast is oina, der schöi reglmäße in oa und es selwe Wirts­haus göiht. A Stammgast koa owa aa oina saa der reglmäße mit oin und dean sel(b)m Zuch föihrt.
Firn Prellnsepp haout alles zwa zoutroffm, songma amal gröißtn Tols. Aaf jedn Fall isa reglmäße mitn Zuch in und va de Arwat hoim gfoahrn. Mitn Wirtshaus haouts scha aweng anascht aas­gschaut. Zwoa(r) isa daou aa reglmäße aag­höiat owa niat imma ins selwe, daou haouta möiara ghat. Und es schöine, oda es saudumme droa, je naoudem wöi mas holt nimmt, woa(r) dees, daaß döi Wirts­häisa allazamm aam Hoimwech woa(r)n.
Oafang de Fufzicha Gaoua woa(r)s, oin die Samsta is nu bis Mit­tooch garwat worn. Owa moißtns haouts in de Fawarik scha en Freitaaoum(b)d naou da Arwat Schuuß ge(b)m. Schuuß woa(r) a Laouhvoraaszohling. Allzevül haout ma ja selwigsmal niat vadöint und sua woa(r) de Schuuß fir a Wochn aa niat a recht vül. Sua zwi­schn dreißich und fufzich Mark werns gwesn saa, jenaoudem wos ma holt vadöint haout. Daou is scha öfta amal virkumma, daaß sua mancha va die Fawriksleit üwahäpts nix miet hoimbracht haout, wäil untawegs e(b)m a poar Wirtshäisa zevül woa(r)n. Ja,- unnern Prellnsepp is des aa passiert und dees niat blaous oamal, öiara scha schöi reglmäße. Und wenna naou aweng aafglo(d)n ghat haout und in Hulnbrunn in Zuch aagstiegn is, naou haouta bla­ous zenn Bahna­ra gsagt, daaßan in Töijastoi ja niat vagessn söll. Wemma jedn Tooch mitn Zuch föih(r)t, naou is ma ja aa a Stammgast - a Stammfoah(r)gast. Die Bahnara, also die Zuchschaffna aaf de Streck, hom scha iahra Leit, oda song ma bessa iahra Vöichala, kennt und iwa jedn Bscheid gwißt. Manch oina haout daou es ganz Manat iwa koa Foahrkartn zeign möin, wäil ja de Bahnara gwißt haout, daaßa a Manatskartn haout.
Aa amal wieda oinaren Freita. De Prellnsepp haout gwies niat blaous oin Wirt mit seim Bsuch beehrt. Und sua vül Dua(r)scht, wöi dea oin dean Tooch trunkn haout, koama ja innara ganzn Wochn niat hom. Aaf jednfall en Bahnhuaf haouta nu gfunna und ma söllts niat glaa(b)m aa nu en richtinga Zuch. De Bahnara haoutnen owa scha aweng aafe helfm möin. Und bevoran hiegsetzt haout, haout de Sepp nu zen Bahnara gsagt, daaßan ja in Töijastoi aafweckn söll, aa wenna nu sua gout schlaoufm teat.
Ich glaab, de Sepp woa(r) nune richte ghockt, naou haouta scha gschlaoufm wöi a Ratz. Des kennts ja selwa, wenns imma sua schöi gleichmäße rattert und tackert, daou schlaafts sichs gout.
Aafaramal rattert und tackert nix möia und de Sepp wierd munta. Mit seina groußn Arweitahend reibta sich en Schlaouf aas die va­soffna Augn, daaßa wos siaht. Und wosa siaht, des gföllt en Sepp üwahäpts niat. Naa!- Ich teat song des reißtnan schöiast ve de hertn Houlzbenk. Naou reibta sich nu amal die Augn und naou siahtas ganz deitle. Er is in Söll. Aam Söllwa Bahnhuaf.
Ja, sua schnell haoutma en Sepp maa Lätta niat gseah. Raous aaßm Zuch und aam Bahnara draaf zou: "Warum haoust du mich in Töi­jastoi niat aafgweckt? Lößt dea(r) Kerl mich weitaschlaoufm", schreita dean Bahnara oa. Und des waa(r) fei es bravste va dean wosa nu alles gschria und en Bahnara viag­schmissn haout. De Bahnara owa läßt sich niat, owa scha koa bisserl, aas de Rouh bren­ga.
Dawaal haout sich scha a ganz schöina Treml Leit oagsammelt. Alle hoichn und schaua wos daou viergöiht. A zeitlang hoicht sich de Bahnara des Gschraa van Sepp scha oa. Aafaramal draahta sich im und leßt en Prellnsepp mit samt seina Schreia und Fachierarei stöih. Uwan göih sagta nernu ze die Leit:" Des is nu gaoua nix, dean häits öiascht voahin schreia und brülln höian möin, wöian in Töijastoi aafm Bahnsteich hieglegt ghat ho(b)!"
Reinhard Kaiser

Vawexelt 
In de drittn Kloss va da Eisnbahn
hockn zwöi Maanna newaranan.
Uwa dean Zwoian aasera Kraxn,
tropfts en oin aaf saa Glatzn.

"In ihrem Gepäck, scheint es, ist etwas zerbrochen",
dea redt niat hiesich, haout haouchdeitsch gsprochn.
Naou fängta aaf die Tropfm mit offna Händ
und prowiert, naou wos des schmeckn kennt?
Und moint glei drauf: "Vielleicht ist es Rum?"
Da Annere sagt: "Des is öitzat owa dumm."
"Es könnte aber auch noch sein,
ein ganz herber Frankenwein."
"Des is ma owa peinle", sagt da Anna zenn Herrn
und koa sich es Grinsn dabaa niat vawearn:
"Es tout ma leid, es is za bunt,
in da Kraxn drinna, hockt ma kloina Hund."
Reinhard Kaiser
 
A bülles Böia! 
 Voran Thöiastoina, en Rahnspätz,
hannelt dees Gedicht.
Is scha üwa hunnert Gaoua her,
owa a waohere Gschicht.
 
Es Braurecht haouta ghat
und haout aa braut.
De Pätz woar niat dumm,
haout aaf sein Göldsook gschaut,
 
near a poar Faaßer Böia
senn nu in seim Kella gstandn.
Wecha deanan reda mitn Meyerswolf
sein Vawandtn.
 
"Du, Wolf -du kaanst mir maa Böia aasschenkn.
es derf dabaa blaous koina oin mein Nama denkn.
Bülle, ganz bülle, en Extrapreis mache daou fir dich,
staad bist, as Böia haout scha aweng en Stiech."
 
Daou mouma natürle wissn,
ze da damalinga Zeit,
Haouts nu koi elektrischn Kühlanlagn
und Kühlschraank ge(b)m wöi heit.
 
Oin woarma Fröihlingstongan
haouts scha amal virkumma kinna,
daaß es Böia zenn imkippm woar
in die Faaßa drinna.
 
Nu! - Aaf jedn Fall,
haouts naou im Wolf seim Le(b)m
es öierscht mal va ihm,
er woar a Noglschmid, a Böia ge(b)m.
 
Es kloi Haisl woar vul Leit, bis untas Dooch.
Mei woar dees luste und aa a Gschlooch
Alle homsta eigleicht, gsoffm
und dichte nu zouprost.
Es Böia woar bülle,
haout die Hölft ner kost.
 
Owa en annern Toch draaf konnst mit deanan nix oafanga,
denn va jedn is bal es ster(b)m oaganga.
De Mogn und die Daarma
homs eanan krumm gnumma
selm Toch lang
senns niat von Scheißhaus oiakumma.
En Meyerswolf selwa packt des Gesetzes Arm,
in de Person von hiesinga Schandarm.
"Ja, Wolf - wos haousta denn daou da baa denkt
und ohne Konzession a Böia aasgschenkt.
Dees haoust öitzat davoa, a Straouf moußt zohln,
zohlst niat, naou mouete in Arrest ohuln".
 
Zwa Dingo merkts enks, va dera Riad,
trauts niemals an büllinga Böia und an Vawandtn niat.
 Reinhard Kaiser
 
 A Vernisasch 
 Wos lockt se hie,all döi gscheitn Leit?
Is wirkle döi „Kunst" da haitinga Zeit?
A Vernisasch is toll und schöi,
dees is a „Muß" dorthie za göih.
Ich ho die Einladung va meina Schwester ihrn Moa,
wail dear wecha wos annern niat hiegöih koa.
Naou deame dees ja scha öffters gmacht ho,
woiße genau wöi suawos laaft o.
En Oaspraouchn toue niat vül Sinn beimessn,
ich halt me daou löiwa oins trinken und essn.
Doch öihs suaweit is, laoues üwamich ergöih
und denk, wos senn döi Kunstwerka doch schschschöi.
Die Grußworte genga nu, owa die Oaspraouch dann,
döi nimmte öiascht richte ran.
De Künstler selwa wird inneren Löicht dargstellt
als waara da oinzich, de Best, va dae Welt.
Ezert legta laous, fängt richte oa
und sagt jedn wosma aaf dean Büld seah koa.
Wos dea alles aafaran weißn Touch mit drei route Streifm sieaht,
dees gitts in de Kunst koa zweitsmal niat.
„Das ist Dokumentation der Ich-Zentriertheit",
naou zeigta aafaran raoutn Streifm und sagt gscheit:
„Das ist der Ausruf der Unterdrückung,
mit tabuisieren des bildlichen Schwung!"
Wahrscheinle häit dea Redna nu sua weita gwaaft,
gängat daou niat grod die Saaltüa aaf.
De Künstler selwa kient, gering verspätet, eina grennt.
Ea haout va Tabu, Aaf- und Büldschwung vamutle die Zeit vapennt.
Ea sieaht en Redna, saa Büld und sagt dann:
„Weg mit dem Gestell, daß man mein Kunstwerk sehen kann!"
Ich hos doch gwißt, ich homas denkt,
daou haout oina einfach a alts Touch drüwa ghängt.
Reinhard Kaiser